Offener Brief an den Oberbürgermeister: Bäume, Grünflächen und landwirtschaftliche Nutzflächen müssen endlich konsequent erhalten werden!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Prof. Dr. Würzner,

als Unterstützer*innen des “Bündnisses Klimaschutz Heidelberg“ (Bürgerentscheid Ochsenkopfwiese) werden wir immer wieder von Bürger*innen darauf aufmerksam gemacht, an welchen Stellen in Heidelberg Grün- und landwirtschaftliche Nutzflächen in Bauland verwandelt werden sollen, wo Bäume Bauvorhaben weichen müssen oder bereits gefällt wurden.

Aktuell sehen wir mit großer Sorge auf diese Bauvorhaben:

In der Gabel in Wieblingen sind bereits sieben Bäume mit einem Umfang von 100-170 cm zu Gunsten eines Parkhauses gefällt worden.

-In der Bergstraße 156 wurde ein oberhalb der Straßenbebauung gelegenes Biotop mit zahlreichen Altbäumen komplett gerodet, um einem Neubau mit verlängerter Zufahrtstraße Platz zu machen. Ähnliches passierte in der Bergstr. 144.

-MARK-TWAIN-VILLAGE: An der Rheinstraße sollen vier imposante Bäume mit Umfängen von bis zu 240 cm weichen, da der Bebauungsplan leider an dieser bedeutsamen Stelle ein Baufenster vorschreibt. Der Verkauf an einen Bauherren, in diesem Fall an das Wohnprojekt „Raumkante“ steht kurz bevor.

Entlang der Römerstraße entstehen Neubauten, deren Hauskanten in die Baumkronen der Altbepflanzung hineinreichen, gut erkennbar am Beispiel des neu eröffneten Lebensmittelladens „tegut“ an der Römerstraße.  

– In Neuenheim an der Mönchhofstraße kollidiert die Erweiterung des Seniorenheimes St. Hedwig mit dem Baumbestand.

– Patrick-Henry-Village: 16 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche werden für eine Erweiterung zur Entwicklung des bereits 97 ha umfassenden Geländes bebaut. Im Gäulschlag, südlich von der PHV, sollen weitere 16 ha gute landwirtschaftliche Flächen für den Neubau eines Ankunftszentrums versiegelt werden. Zusammen mit dem Baugebiet am Harbigweg geht es um insgesamt über 50 ha.

Die weitere Inanspruchnahme von Bestandsbäumen und Grünflächen ist mit einer nachhaltigen und biodiversitätsschonenden Stadtentwicklung unvereinbar. Wir werden uns deshalb auch weiterhin öffentlich dafür einsetzen, dass Bäume, Grünflächen und landwirtschaftliche Flächen in Heidelberg erhalten und nicht bebaut werden.

Dieses Anliegen wird von vielen Bürger*innen geteilt. Das zeigte sich nicht nur beim Bürgerentscheid Ochsenkopfwiese, sondern auch bei Bürgerbeteiligungsverfahren zur Stadtentwicklung, bspw. bei der Diskussion um die Entwicklung von Mark-Twain-Village.

Der Klimaaktionsplan der Stadt sieht vor, in den nächsten sechs Jahren je 500 Bäume neu zu pflanzen.  Wie ist das zu vereinbaren, wenn gleichzeitig vorhandene große Bäume gefällt werden?

Wir bitten Sie, uns mitzuteilen, welche Schritte eingeleitet werden müssten, um die aktuell gefährdeten Bäume, Grünflächen und landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erhalten. Außerdem bitten wir Sie, Ihre Verwaltung anzuweisen, keine Fällgenehmigung für den gefährdeten Baumbestand zu erteilen.

Wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit gestatten wir uns, dieses Schreiben öffentlich zu machen.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und bitten Sie um eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Unterstützer*innen des „Bündnisses Bürgerentscheid Klimaschutz Heidelberg“

Ilse Weisser-Kirchner, Klaus Thiery, Monika Scharei-Jung, Angelika Ferner, Christina Kreckel-Arslan, Vera Glitscher-Bailey, Marion Weber, Matthias Waltner, Melanie Steiert, Wolfgang Gallfuß, Claudia Köber, Cornelia Wiethaler, Marlies Fehsenmeier, Barbara Czakanski, Margit Hoth, Gabriele Soyka, Ruth Moser, Uta Ropers, Kalkoffen, Mary Stock, Corina Müller, Gertrud Kleißan, Prof. Dr. Karin Gorgas, Diana und Rainer Schwalte, Claudia Zieboll, Fabian Neubrand, Volker Voigtländer, Volker Violet, Inge Hotze ,Mareike Reiser, Nera Vukovic-Bringezu, Ulrike Tulzer, Peter Pausch, Susanne Himmelheber.


Heidelberg, den 13.12.2019

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