Klimaökologische Untersuchung neuer RNV-Betriebshof Großer Ochsenkopf

Zusätzliche klimaökologische Untersuchung hilft nicht wirklich weiter

Die Stadt Heidelberg hat eine zusätzliche Kleinklimauntersuchung vorgelegt, um die Folgen der Verlagerung des Betriebshofs von der Bergheimer Straße auf den Großen Ochsenkopf bewerten zu können. Siehe hier: 13_PDF_rnv_pdf_klimaoekologische_Untersuchung_betriebshof_grosser_Ochsenkopf

Wer in diesen „heissen“ Tagen zu Fuss oder mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist, weiss schattenspendende Bäume und Grünflächen zu schätzen. Die Temperatur kühlt ab, die Luft wird besser. Die Grünfläche Großer Ochsenkopf ist ein solcher Ort. Nicht nur für Menschen, die unterwegs sind, sondern auch für die Anwohner*innen.Das betonen selbst die Gutachter des neuen Kleinklimagutachtens zur Verlagerung des Betriebshofs auf die Grünfläche Großer Ochsenkopf. Dennoch stimmen sie der Bebauung der Grünfläche Großer Ochsenkopf zu. Wie das?

Das Kleinklimagutachten bringt keine neuen Erkenntnisse

Die Gutachter haben sich mit verschiedenen bioklimatischen Aspekten der Verlagerung des Betriebshofs von der Bergheimer Straße auf den Großen Ochsenkopf beschäftigt. Ihre Ergebnisse sind eigentlich trivial: Wenn man eine versiegelte Fläche wie den jetzigen Betriebshofstandort entsiegelt und dann weniger dicht bebaut sind natürlich positive bioklimatische Effekte für die Fläche selbst, aber auch für einige umliegende Randgebäude zu erwarten. Den eigentlichen Nutzen haben die Bewohner*innen der neuen Gebäude. Auch die kleinklimatischen Auswirkungen der Bebauung der Grünfläche Großer Ochsenkopf können durch bestimmte bauliche Maßnahmen gemildert werden. Das bestreiten wir nicht.

Die negativen kleinklimatischen Auswirkungen der Bebauung des Großen Ochsenkopfs auf die angrenzenden Wohngebiete seien gering. Die Bewohner*innen der neuen Wohnanlage auf dem Gelände des heutigen Betriebshofs bekommen durch die angrenzende Grünanlage einen kleinklimatischen Vorteil. Auch einige südlich gelegene Gebäude. Deshalb könne man der Verlagerung des Betriebshofs auf den Großen Ochsenkopf zustimmen. Soweit in Kurzform das Ergebnis des Kleinkkimagutachtens.

Widersprüche zum Klimagutachten 2015
Unverständlich ist, wenn die 3% bioklimatisch besonders wertvoller Grünflächen im Stadtklimagutachten 2015, die unbedingt erhalten werden sollten, im Kleinklimagutachten jetzt unter Berücksichtigung bestimmter Maßnahmen doch bebaut werden können. Führen nicht viele kleine lokale bauliche Veränderungen und Nachverdichtungen, in der Summe dann nicht doch zu einer nachhaltigen Verschlechterung der Gesamtlage?

Und wann gibt es wieder große Bäume?

Die Gutachter bestreiten nicht, dass die Bäume der Ochsenkopfwiese ein wichtiger Rückzugsort bei Hitzetagen sind. Die gesamte Fläche habe ein erhebliches Naherholungspotential , das besser genutzt werden könne. Dieser wichtige Aspekt, von dem die angrenzenden Quartiere, aber auch die Menschen, die als Fußgänger oder Radfahrer den Großen Ochsenkopf queren, einen Nutzen haben, gerät leider ins Hintertreffen. Denn diese wichtige Funktion könnte man ja als Argument für die Erhaltung des Großen Ochsenkopfs als Grünfläche verstehen.

Als Ersatz soll ein begehbares, begrünte Dach des neuen Betriebshofs mit zumindest randständigen Bäumen entstehen.

Erst tieferlegen, dann versiegeln und wieder begrünen!

Es klingt wie ein Witz: Die 3 ha große Wiese wird abgetragen, tiefergelegt und die Bäume gefällt. Für 67 000 t Bodenaushub sind 3680 LKW-Fahrten nötig, später werden auf die erstellte Halle wieder viele Tausend t Erdreich aufgebracht, begrünt und mit Bäumen bepflanzt. Kostenpunkt: ca. € 20 Mio.

Ernüchternde Gesamtbilanz und trauriger Ausblick

Ob und wann große Bäume auf dem Dach des neuen Betriebhofs wegen fehlenden Bodenkontakts wirklich wachsen können , ist mehr als zweifelhaft und setzt eine aufwändige Bewässerung voraus.

Bis die Bäume in der neuen Grünfläche Bergheimerstraße zu schattenspendenden Rückzugsorten werden, vergehen mindestens 20-25 Jahre.

Der neue „Innenstadtpark“ in der Bergheimer Straße wird nur halb so groß sein wie die Ochsenkopfwiese.

Bis zum Abschluss der Arbeiten an beiden Baustellen gibt es mindestens 10-15 Jahre keine der beiden Grünflächen. Weitere 10-15 Jahre vergehen, bis die Bäume auf dem nur halb so großen „Innenstadtpark“ groß sind. So lang müssen sich die Bewohner*innen mit einer „unverbindlichen Veranschaulichung der Planung“ mittels digitaler „Visualisierungen“ (rnv) begnügen – also nichts anderes als Luftschlösser.

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