Muss ein Straßenbahnbetriebshof im Wohngebiet wegen des Lärms stören?

(KW) Störender Lärm in einem Betriebshof?

Von einem Betriebshof für Busse und Straßenbahnen kann Lärm ausgehen, muss aber nicht!

Ursachen für Lärm :

  • Werkstatt – bestimmte Arbeiten in einer Werkstatt können Lärm verursachen:

Aber diese mit Lärm verbundenen Arbeiten finden schon heute nicht mehr in Heidelberg statt, weil diese Instandsetzungsarbeiten, die so genannte „schwere Instandhaltung“ bei Straßenbahnen, schon seit längerem in der Zentralwerkstatt der RNV in Mannheim erfolgen und nicht mehr in Heidelberg durchgeführt werden.

  • Nachts wie an Sonn- und Feiertagen wird in den Werkstätten planmäßig nicht gearbeitet.

Wo und wie verursachen Straßenbahnen Lärm?

  • Die Sicherheitsvorschriften verlangen eine Klingelprobe und Bremsprobe vor der ersten Fahrt an jedem Einsatztag, d.h. bei Dienstbeginn. Beides verursacht heute störenden Lärm für angrenzende Wohnbereiche, da dies heute i.d.R. im Freien passiert.

Abhilfe: Diese Lärmemission kann in Zukunft bei einem Neubau vermindert werden, wenn die Straßenbahnen in Hallen abgestellt werden und die Ausfahrt bis zum Tor oder ggf. sogar der angrenzende Außenbereich eingehaust wird (architektonisch gut an die Umgebung angepasst).

  • Beim Ein- und Ausrücken in/ aus dem Betriebshof verursachen Straßenbahnen Lärm, weil sie da besonders enge Gleisbögen („Kurvenquietschen“) und Weichen befahren.

Abhilfe: Es gibt eine Reihe von technischen Möglichkeiten zur Lärmminderung beim Straßenbahnbetrieb. Nachfolgend werden einige genannt, die auch beim Bau eines neuen Betriebshofes zur Anwendung kommen sollten (Quelle: Grundlagen-untersuchung über erfolgreiche Lärmschutzkonzeptionen, Endbericht von Prof. Dr. Lutz Wicke, 2008):

  • Mit dem Einbau von „Masse-Feder-Systemen“ im Bereich von Weichen lässt sich eine effektive Lärmminderung erreichen. Dabei werden elastische Elemente zwischen Ober- und Unterbau eingebaut, die zu einer teilweisen Entkopplung der Schwingungen zwischen diesen führen.
  • Dem „Kurvenquietschen“ in engen Gleisbögen kann durch automatische Schmieranlagen, den Einsatz hochwertigen Stahls für Radreifen und von Radschallabsorbern sowie Antiquietschschweißungen Abhilfe geschaffen werden.
  • Mit der Verlegung von „Flüstergleisen“ kann der Lärmpegel ebenfalls gesenkt werden. Das sind Gleise, die in einem elastischen Material eingebettet sind.
  • Mit der Zeit entstehen auf den Gleisen Riffeln, die das Rad zur Schwingung anregen und dadurch lauter machen. Regelmäßiges Gleisschleifen und der Einsatz von Gleisschmieranlagen bringt ebenfalls eine spürbare Geräuschminderung. Sie sollten bei jedem Straßenbahnunternehmen mittlerweile zum Standard gehören.
  • Ein wichtiger Beitrag zur Lärmreduktion ist die regelmäßige Wartung der Gleise: Diese werden gereinigt, geschliffen und geschmiert. Dazu wird das gesamte Straßenbahn-Streckennetz regelmäßig mit Lkw-Schmierfahrzeugen befahren
  • Auch die Lagerung der Schienen macht einen Unterschied: Der Vergleich hat gezeigt, dass Schienen, die auf Holzschwellen im Schotterbett verlegt werden, schalltechnisch am besten abschneiden. Dies ist allerdings nur dort möglich, wo die Straßenbahn auf einem eigenen Gleiskörper fährt. Wenn die Gleise auch vom Kfz-Verkehr befahren werden, sind großflächige Betonplatten in Bezug auf Lärmentwicklung besser als Großsteinpflaster.

Wo verursachen Busse Lärm?

  • Busse verursachen Lärm, wenn sie im Freien abgestellt sind und vor der ersten Fahrt eines Einsatztages die Bremssysteme jeweils bei laufendem Motor mit Luft versorgen müssen. Das kann u.U. bis 20 Minuten dauern und verursacht Lärm und Abgase.

Abhilfe: Busse werden in einer Halle abgestellt, die mit einer stationären Druckluftversorgungsanlage ausgestattet ist. Jeder Busabstellplatz verfügt über einen Anschluss. Die Bremssysteme der Busse können so ohne Lärm mit Druckluft versorgt werden. Das ist heute der Standard der Technik, der zur Standardausstattung einer Busabstellhalle gehört.

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